Wenn Ihr Kind älter wird, werden Werbebotschaften zu einflussreichen Informationsquellen. TV-Werbespots, Radiowerbung und Werbebanner im Internet sind voller Botschaften darüber, wie man cool, attraktiv oder erfolgreich ist.
Obwohl Ihr Kind Werbung wahrscheinlich als solche erkennen kann - es kann darauf zeigen und sagen, "Das ist eine Werbung" - wird es trotzdem nicht immun gegen ihre Wirkung sein. Helfen Sie Ihrem Kind unterschwellige Botschaften, die es in der Werbung aufschnappt, zu verstehen, indem Sie ihm erklären, was hinter der Werbesprache steckt. Machen Sie klar, was die meisten Werbungen beabsichtigen:
- informieren (neue Fakten oder Ideen);
- unterhalten (einen zum Lachen bringen, Spannung aufbauen, eine Reaktion hervorrufen); und/oder
- überzeugen (Verhalten beeinflussen, Überzeugungen oder die Denkweise ändern).
1) Stellen Sie die Werbespots in Frage, wenn Sie mit Ihrem Kind fernsehen
Bringen Sie Ihre Skepsis zum Ausdruck, indem Sie folgende Fragen stellen: Was glaubst du, von wem diese Werbung gemacht worden ist? Was denkst du, ist die Botschaft? Was glaubst du, sagt uns der Werber nicht? Bist du der Meinung, dass du glauben kannst was du siehst? Fangen Sie mit offensichtlichen Zielen an - Spots, die zum Beispiel für fetthaltige Nahrungsmittel werben -, gehen Sie dann weiter zu subtileren Werbungen, wie zum Beispiel jenen, die einen coolen oder attraktiven Lebensstil anpreisen. Erklären Sie, dass Werbung oft zum Ziel hat, Menschen das Gefühl zu vermitteln, dass in ihrem Leben etwas fehlt.
2) Erklären Sie Ihrem Kind die Familieneinkäufe
Machen Sie Ihrem Kind klar, warum Sie bestimmte Artikel kaufen und andere nicht. Helfen Sie Ihrem Kind zu verstehen, dass Sie Entscheidungen bewusst treffen. Machen Sie deutlich, dass das, was Sie einkaufen, Ihre Werte widerspiegelt.
3) Ermuntern Sie Ihr Kind dazu, sich zu fragen, was bei einer Werbebotschaft nicht erwähnt wird
Weisen Sie darauf hin, wenn eine Werbung unrealistisch ist oder sich Vorurteilen bedient: Was sagt uns das Unternehmen nicht? Kennst du jemanden, der so aussieht? Jemanden der so lebt?
4) Sensibilisieren Sie Ihr Kind für neue Werbemethoden im Internet
Viele Werbeelemente sind offensichtlich - zum Beispiel Werbebanner oder Websites, die vorwiegend Produkte darstellen. Andere Werbeelemente sind jedoch weniger eindeutig. Dazu gehören interaktive Bots, das sind Computerprogramme, die bspw. in Form von Webcrawlern auf der Arbeitsoberfläche des Computers auftauchen, um ein Produkt anzupreisen und ganze Seiten, die für ihre Kunden Kindermeinungsforschung betreiben. Weisen Sie Ihr Kind eindringlich darauf hin, im Internet niemals persönliche Daten preiszugeben. Machen Sie Ihrem Kind schließlich bewusst, dass Dinge, die auf dem Bildschirm echt aussehen, im wirklichen Leben genau das Gegenteil sein können.
5) Lassen Sie Ihr Kind wissen, dass Sie gegen aggressive Werbung sind
Weisen Sie auf Werbeanzeigen hin, die an Orten angebracht sind, die Sie als unpassend erachten - vor allem solche Werbebotschaften, die Ihren Kindern in Schulen oder anderen öffentlichen Einrichtungen begegnen.