Nerd-Alarm!
Samstag 28 Apr 2012 - 8:00
"Geeks" und "Nerds" - das waren früher die Loser. Die, die in den Schulen keine Mädchen abbekamen. Heutzutage jedoch ist "Nerd" fast schon wieder eine Auszeichnung. Der Dokumentarfilm von Jean-Baptiste Péretié erzählt, wie eine Subkultur aus Informatik, Science-Fiction, Comics und Videospielen sich durchsetzen und zur tonangebenden Kultur werden konnte. In den 1960er und 1970ern wurde das Wort "Geek" in den USA abwertend für "Streber" verwendet. Es bezeichnete einen zwar sehr intelligenten, aber sozial völlig unbeholfenen Wissenschafter oder Informatiker. Die gleiche Bedeutung hatte auch das Wort "Nerd". Mit der Entwicklung und massenhaften Verbreitung von Video- und Computerspielen, der Adaption ihrer Science-Fiction- und Fantasywelten durch Hollywood und dem Siegeszug des Internets begann für einige bislang belächelte "Geeks" eine ungeahnte Erfolgsgeschichte. In den USA und Europa haben sich viele Menschen den Begriff "Geek" zu eigen gemacht und bekennen sich dazu. Ein "Geek" ist nunmehr jemand, der sich sehr intensiv, manchmal sogar zwanghaft, für irgendein Thema interessiert. Das Wort wird kaum noch im negativen Sinne gebraucht. Aber während in den letzten Jahren die "Geeks" erfolgreich geworden sind und eher bewundert als bedauert werden, blieben die "Nerds" mit den ursprünglichen negativen Eigenschaften behaftet und gelten weiterhin als zwar hochintelligente, aber kontaktarme Sonderlinge. Manche von ihnen kämpfen dafür, dass beide Ausdrücke weiterhin gleichwertig verwendet werden. Andere, die Wert auf ihren Status als Angehörige einer Minderheit legen, definieren sich selbst lieber als "Nerd", denn in ihren Augen ist "Geek" schon zu angepasst. INFO: "Nerd-Alarm! Von Gamern, Geeks und großen Brillen" - Doku, F 2011. Regie: Jean-Baptiste Péretié. arte, 22:00 - 22:50 Uhr.
Nächster Artikel